Weißer Senf

Weißer Senf
Weißer Senf

Weißer Senf (Sinapis alba) ist eine Gewürzpflanze aus der großen Familie der Kreuzblüter, zu denen unter anderem auch Kresse, Kohl, Rettich und Raps gehören. Die Bezeichnung „Senf" leitet sich ab vom lateinischen Gattungsnamen „Sinapis". „Weiß" bedeutet in diesem Zusammenhang eher „hell" (ebenso wie beim "Weißbrot", das ja auch nicht wirklich weiß ist) und bezieht sich auf die Farbe der Samenkörner, aus denen die Senfpaste hergestellt wird. Außer weißem Senf, den man gelegentlich auch als gelben Senf bezeichnet, gibt es noch braunen und schwarzen Senf sowie den einheimischen schwach giftigen Ackersenf.

Weißer Senf - Verwendung

Weißer Senf bildet tiefe Pfahlwurzeln, mit denen er den Boden auflockert, deshalb wird er oft als Gründünger verwendet. Die jungen Blätter, die - wie die verarbeiteten Samen - ebenfalls leicht scharf schmecken, kann man als Salatgemüse essen. Hauptsächlich aber wird der weiße Senf, der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, seiner Samenkörner wegen angebaut. Diese enthalten das Senfölglykosid Sinalbin, das für den scharfen Geschmack verantwortlich ist. Diese Schärfe wird aber erst durch ein Enzym freigesetzt, das bei Verletzung der Pflanzenzellen aus tritt und das Sinalbin aufspaltet. Die Schärfe des weißen Senfs ist nicht ganz so stark wie die des braunen oder schwarzen, weshalb man für die verschiedenen Senfspezialiäten Mischungen (hauptsächlich aus weißem und braunem Senf, da der schwarze sich nicht gut für die maschinelle Verarbeitung eignet) bereitet. Unvermahlene Samenkörner werden oft eingelegtem Gemüse (u.a. Gewürzgurken) beigefügt, zum Teil wohl auch aus dekorativen Gründen.

Weißer Senf - Wirkung

Wie alle scharfen Gewürze hat auch der Senf einen durchblutungsfördernde Effekt im Mund, wodurch er quasi als natürlicher Geschmacksverstärker wirkt. Diese Durchblutungsförderung macht man sich auch bei der äußerlichen Anwendung als Senfpflaster zunutze (z.B. bei Rheuma und Hexenschuss). Innerlich wirkt er verdauungsfördernd, harntreibend schwach antibiotisch, schweißtreibend und schleimlösend, weshalb er sich unter anderem als erste Hilfe bei beginnenden Erkältungen eignet.