Arganöl


Das Arganöl, welches auch flüssiges Gold Marokkos genannt wird, wird aus den Kernen und Samen der Frucht des Arganbaumes (lat. Argania spinosa), gewonnen. Auf Grund der existenziellen Bedeutung für die Menschen in manchen Regionen Marokkos wurde für den Arganbaum, der zu den ältesten Bäumen der Welt zählt, von der UNESCO ein Biosphärenreservat gegründet, damit dieser mittlerweile vom Aussterben bedrohte Baum erhalten bleibt und eines der wertvollsten Nahrungsmittel der Welt, das Arganöl weiterhin hergestellt werden kann. Anbau von Arganöl Der Arganbaum ist im Südwesten Marokkos beheimatet. Vom Aussehen ähnelt er dem Olivenbaum, selbst seine Früchte könnte man mit großen Oliven verwechseln. Der Arganbaum hat sich den dort herrschenden trockenen Bedingungen bestens angepasst. Er hat einen kurzen Stamm und eine große, ausladende Krone. Das Holz ist sehr trocken und mit Dornen versehen. Die Arganfrüchte bestehen aus bitterem Fruchtfleisch mit 2-3 Kernen aus denen das Arganöl gewonnen wird.

Ernte von Arganöl

Arganöl wird aus den Kernen der Arganfrucht gewonnen. Die Erntezeit ist von Juli bis September. Da die Früchte wegen der Dornen an den Bäumen nicht gepflückt werden können, haben sich die Berber andere Methoden einfallen lassen. Sie lesen entweder die Früchte auf, die schon herunter gefallen sind oder sie treiben ihre Ziegen in die Bäume. Die Tiere fressen die Früchte und scheiden die Kerne wieder aus. In großen Plantagen gibt es aber auch eine maschinelle Ernte mit Rüttelmaschinen.

Gewinnung von Arganöl

Dadurch, dass die Produktion des Arganöls nicht aus der ganzen Frucht erfolgen kann, da diese bis zu sechsmal härter als eine Haselnuss ist und sich einfach nicht auspressen lässt, muss für die Herstellung des Arganöls auf die in der Frucht enthaltenen Kerne und Samen zurückgegriffen werden. Um an diese wertvollen Kerne zu gelangen, werden die reifen Früchte erstmal getrocknet um danach leichter gespalten werden zu können. Nachdem die mandelförmigen Kerne aussortiert worden sind, beginnt die eigentliche Pressung des Arganöls. Die komplette Herstellungskette erfolgt noch zu einem sehr großen Teil manuell, also per Handarbeit. Vor allem die Berberfrauen leisten den größten Teil der Arbeit. Allerdings werden nach und nach modernere Pressverfahren verwendet, damit die Menge des hergestellten Arganöls steigt. Momentan schätzen Experten die jährliche Arganölproduktion auf ca. 2 - 3 Millionen Liter. Diese geringen Menge und der, auf Grund der vielen positiven gesundheitlichen Wirkungen steigende Konsum, machen das Arganöl äußerst wertvoll.

Herstellung von Arganöl

Traditionell wird Arganöl in mühseliger Handarbeit hergestellt. Die Kerne werden aufgeschlagen und die enthaltenen Mandeln leicht geröstet. Anschließend werden sie von Hand gemahlen und mit abgekochtem Wasser zu einem Brei vermengt. Dieser Brei wird jetzt so lange geknetet bis das Arganöl in einem dünnen Rinnsal hinaus läuft. Die Haltbarkeit dieses Arganöls ist allerdings begrenzt. In dem moderneren Verfahren wird das Arganöl schonend durch kleine Pressen und ohne Zugabe von Wasser gewonnen. Es entsteht ein mildes Öl auch ohne vorherige Röstung. Die Haltbarkeit von diesem Arganöl ist länger als im traditionellen Verfahren. Native darf sich ein Arganöl aber nur nennen, wenn es traditionell oder mechanisch und äußerst schonend hergestellt wird. Nur so bleibt die Reinheit und Qualität erhalten.

Verwendung von Arganöl

Das fast zu 80% aus ungesättigten Fettsäuren und natürlichen Antioxidatien bestehende Arganöl findet die größte Verwendung in der medizinischen Vorbeugung und Behandlung bestimmter Krankheiten. So kommt es beispielsweise zum Einsatz bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zur Senkung eines zu hohen Cholesterinspiegels und als allgemeines Anti-Aging-Mittel. Äußerlich angewendet soll es darüber hinaus bei zahlreichen Hauterkrankungen helfen, wie zum Beispiel bei Akne oder Neurodermitis. Diese Tatsache hat sich die Kosmetikindustrie zu Nutze gemacht, die Arganöl immer häufiger in ihren Produkten verwendet.

Einsatz von Arganöl

Arganöl ist ein besonderes Speiseöl mit einem leicht nussigem Geschmack. Es verleiht Fleisch- Fischgerichten, aber auch Salaten einen besonderen Geschmack. Auf Grund seiner Zusammensetzung ist es sehr gesund. Arganöl sollte am Ende des Kochvorganges zugegeben werden, um seine Inhaltsstoffe zu erhalten.