Jatrophaöl


Jatrophaöl wird aus der Purgiernuss gewonnen. Hierbei handelt es sich um einen sukkulenten Strauch, der bis zu 8 Meter Höhe erreichen kann. Die Purgiernuss gehört zur Gattung Jatropha und wird botanisch gesehen fälschlicherweise oft als Jatropha bezeichnet.

Jatrophaöl - Chance oder überschätzter Rohstoff

Verbreitung der Jatropha

Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem tropischen Amerika, der Karibik und den Gebieten von Mexiko bis Chile. Portugiesische und holländische Seefahrer verbreiteten sie von hier aus auf der ganzen Welt in tropischen und subtropischen Regionen.

Verwendung des Jatrophaöls

Nach dem Pressen des Jatrophaöls kann das rohe Öl direkt als Lampenöl oder als Brennstoff zum Kochen eingesetzt werden. Auch die Weiterverarbeitung zu Kerzen und Seife ist nicht unüblich. Zum Verzehr ist das Jatrophaöl nicht geeignet, da große Mengen des Zuckerproteins Curcin enthalten sind, die in gesundheitsgefährdendem Maße abführend wirken und zudem Brechreiz auslösen. Alle Versuche, den toxischen Stoff mit den in Dritte-Welt-Ländern verfügbaren Mitteln aus dem Öl zu filtern, schlugen bisher fehl. Eine vor kurzem in Mexiko entdeckte Form der Purgiernuss mit geringem oder fehlendem Anteil des Proteins gibt allerdings Grund zur Hoffnung.

Treibstoffproduktion

Besonderes Augenmerk liegt in den letzten Jahren auf der Produktion von Treibstoff. Jatrophaöl weist eine Cetanzahl von etwa 60 auf. Damit zählt es zu den effektivsten technisch nutzbaren Pflanzenölen der Welt und ist als Dieselersatz in leicht modifizierten Dieselmotoren direkt einsetzbar. Hauptsächlich soll es in den Anbauländern zur Reduzierung des Erdölimportes Anwendung finden. Aber auch Industrieländer sehen in der Nutzung des Jatrophaöls großes Potential beim Umstieg auf Biokraftstoffe aufgrund seiner CO2-neutralen und geruchlosen Verbrennung.

Kritiken zur Erzeugung des Jatrophaöls

Aufgrund der großen Aufmerksamkeit der letzten Jahre treten aber zunehmend auch Kritikpunkte zu Tage. Eine schlechte Ausbeute stehen dem hohen Energiebedarf bei der Erzeugung des Jatrophaöls und dem nötigen Kunstdüngereinsatz gegenüber. Zudem kann die gegenwärtige Forcierung des Anbaus dazu führen, dass einige Bauern zugunsten höherer Gewinne bei der Erzeugung des Jatrophaöls den Lebensmittelanbau einstellen.