Tungöl


Herkunft und Definition von Tungöl Tungöl, auch bekannt unter der Bezeichnung „chinesisches Holzöl“, wird beispielsweise aus den Früchten chinesischer Tungbäume gewonnen und ist ein geschmackloses, hellgelbes bis dunkelbraunes, dickflüssiges Pflanzenöl, das nach Schweinefett riecht. Hierzulande eher unbekannt und beinahe ausschließlich über Fachversender erhältlich, ist die Heimat des Tungöls in Südasien anzusiedeln, wo es durch Auspressen von Samen gewonnen wird.

Zusammensetzung des Tungöls

Tungöl besteht hauptsächlich aus dem Glyzerid einer dreifach ungesättigten Fettsäure, Ölsäure, sowie Stearinsäure und Palmitinsäure.

Verwendung von Tungöl

Lediglich abgebundenes Tungöl wird als gesundheitlich unbedenklich eingestuft; auf Grund giftiger Inhaltsstoffe (Di- und Triterpenester) ist es nicht zum Verzehr und somit auch nicht als Nahrungsmittel oder für die Lebensmittelherstellung geeignet. Stattdessen verwendet man das Tungöl in der Oberflächenbehandlung von dekorativem Holz, für Schnitzereien oder Skulpturen, zur Herstellung von Seifen, Linoleum, Lack oder als Bindemittel in der Malerei. Es kann auch als Schmieröl benützt werden.

Nach der Verwendung des Tungöls bildet es eine harzartige harte Oberfläche. Das Öl zieht tief ins Holz ein und macht dadurch die Oberfläche widerstandsfähiger und wasserabweisender. In der Malerei sollte man Tungöl nicht unverdünnt anwenden, sonst besteht eine Versprödungs- oder Rissgefahr. Es wird diesbezüglich das Verdünnen mit Balsamterpentin oder ähnlichen Lösungsmitteln wie beispielsweise Orangenöl empfohlen - als angenehmer Nebeneffekt wirkt eine solche Vermischung dem markanten und unangenehmen Geruch des Tungöls entgegen. Dieser Vorgang beschleunigt die Trocknung und verringert eine Quellung durch Wasser. Vermischt man das Tungöl mit Leinöl, fördert das die Haltbarkeit und Witterungsbeständigkeit. Gibt man es in geringen Mengen Leinölfarben bei, erhöht dies deren Abriebfestigkeit und den Glanz.